Einleitung

Bienen sind den meisten Menschen vor allem durch die Honigbiene bekannt und damit als Tierart sehr positiv besetzt. Meist weniger bekannt sind allerdings ihre „wilden“ Verwandten (zumal sie auch nicht immer als „typische“ Bienen erkennbar sind), wobei gerade die Wildbienen einen wichtigen Bestandteil innerhalb der komplexen Netzwerke unterschiedlicher Ökosysteme darstellen. Ihr „Nutzen“ bezieht sich hierbei nicht nur auf ihre Bestäuberleistung (deren monetärer Gesamtwert in Europa mit etwa 14,2 Milliarden Euro (!) pro Jahr beziffert und zu einem beträchtlichen Teil von Wildbienen übernommen wird [1]), sondern auch auf ihre zentrale Rolle in nahezu allen Bereichen des Natur- und Umweltschutzes (abgesehen von rein aquatischen Lebensräumen).

Andrena_vaga neuBildquelle und Lizenz: Wikimedia Commons


Leider sind inzwischen sowohl die Honigbienen als auch die Wildbienen durch unterschiedliche Faktoren z.T. massiv gefährdet; während bei der Honigbiene vor allem Krankheiten (z.B. die Varroamilbe) und intensiver Pestizideinsatz in der Landwirtschaft zu hohen Verlusten führen, sind es bei den Wildbienen (neben den bereits schon erwähnten Pestiziden) vor allem die Zerstörung von Lebensräumen, Futter- und Nistplätzen. Beispielhaft seien an dieser Stelle die Beseitigung von Hecken, Rainen, Böschungen, Brachland, Streuobst- und anderer wildblumenreiche Wiesen, Totholz- und Steinhaufen genannt. Aber auch das „Aufräumen“ privater und öffentlicher Grünflächen sowie der – auch hier praktizierte – intensive Pestizideinsatz tragen maßgeblich zum Bestandsrückgang bei.

Insgesamt wurden weltweit bereits mehr als 17.000 Bienenarten beschrieben. Allein in Deutschand konnten bislang 564 Bienenarten nachgewiesen werden [2], allerdings sind davon bereits mehr als 60% mehr oder weniger bestandsbedroht oder sogar verschollen.

Handeln tut also dringend not – denn nicht nur die Bienen benötigen unsere Hilfe, auch wir können auf die Unterstützung der (Wild-)Bienen nicht verzichten.

Warum das so ist? Das erfahren Sie auf den nächsten Seiten. Ich wünsche Ihnen viel Spaß – nicht nur beim beim Stöbern, sondern auch bei Ihrem ganz persönlichen Einsatz für den Wildbienenschutz. Denn jeder von uns kann mit einfachen Mitteln seinen Teil dazu beitragen, (Wild-)Bienen zu schüzen. Und das lohnt sich – für uns alle!

 

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Quellen:
[1] Garibaldi L.A. et al. (2013): Wild pollinators enhance fruit set of crops regardless of honey-bee abundance. In: Science, (28. Februar 2013), DOI: 10.1126/science.1230200.
[2] Westrich, Paul (2015): Wildbienen: Die anderen Bienen (5. Auflage 2015). Pfeil-Verlag, Gebundene Ausgabe, 168 Seiten.
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